Archiv für März, 2019

Zoo

„Die Löwen von der Wupper“ – Der grüne Zoo

12. April, 20.15 Uhr, WDR Fernsehen

„Früher, im alten Gehege, konnte man einfach mit dem Gartenschlauch etwas Regen simulieren, dann kamen die Löwen schnell rein. Das geht jetzt nicht mehr“, sagt Erik Baiersmann und seufzt. Denn mittlerweile warten er und seine Kollegin seit über einer Stunde darauf, dass auch der letzte Wuppertaler Löwe bereit ist in den Stall zu kommen.

Eine größere Löwen-Anlage gibt es in keinem anderen deutschen Zoo. Die Raubkatzen bewohnen das obere Ende des „Grünen Zoos“ in Wuppertal. Bis dorthin müssen die Besucher des grünen Zoos in schon ein gutes Stück die bergige Parklandschaft hinauf wandern.

Vorbei kommen sie dabei an den Elefanten, die vielleicht gerade von ihren Pflegern gewaschen werden. Oder an den Bonobos, die bei der täglichen „Tee-Zeremonie“ von einem Pfleger genau beobachtet werden: „Wenn sie einmal am Tag zusammen kommen, können wir sehen, ob keiner verletzt ist.“

Hinten, bei den Seelöwen, versucht Pflegerin Anja Hillen gerade, der einjährigen Nola das Fische fressen beizubringen. Bis sie es kann, darf sie nicht mehr hinaus zu den anderen Seelöwen, sonst würde sie immer wieder bei Mama Pebbles Milch trinken wollen. Danach muss Anja Hillen noch mit Eisbär Luka trainieren. Je besser er und die Pflegerin harmonieren umso leichter ist es bei medizinischen Problemen, ihn auch mal ohne Narkose zu untersuchen. Immer nur mit einem Gitter dazwischen, versteht sich.

Zoodirektor Arne Lawrenz zeigt derweil seine Lieblingstiere, die Milu-Hirsche:

„Diese Tiere waren leider völlig ausgerottet in der freien Wildbahn. Und dann hat man noch fünf Tiere in einer englischen Grafschaft gefunden und aus diesen fünf Tieren hat man die gesamte Welt-Populationen, mehrere tausend Tiere, wieder zurück gezüchtet“. Der Zoo als Ort des Artenschutzes, so sieht ihn der Zoodirektor. Und trotzdem weiß er, dass es immer Kritik geben wird. Sehr offen spricht Arne Lawrenz mit der Film-Autorin Christina Zühlke über den Konflikt bei Handaufzuchten. Zieht man verstoßene Jungtiere mit der Flasche auf, werden die Tiere vielleicht nie von ihren Artgenossen akzeptiert. Lässt man sie sterben, ist das besonders für die Pfleger sehr schmerzhaft mitanzusehen.

Für alle Tiere gibt es Datenbanken, ständig wird geschaut, welche Tiere wo am besten aufgehoben sind. Auch wer züchten darf wird geregelt. Denn kein Zoo kann mehr unendlich viele Jungtiere beherbergen.

Die WDR Dokumentation zeigt wie es früher im Zoo zuging und was den Zooalltag von Tieren und Pflegern heute ausmacht. Vor und hinter den Kulissen, mit spektakulären Tier- und Luftaufnahmen. Mitten in den grünen Hügeln von Wuppertal-Elberfeld. Zwischen Märchenbrunnen, Gründerzeit-Villen und Wuppertaler Schwebebahn.

  • Autorin: Christina Zühlke
  • Kamera: Petra Domres und Erik Sick
  • Ton: Martin Radtki
  • Drohne: Airpicture 24 und Marcel Lepel
  • Schnitt: Jörg Stahnke
  • Sprecher: Philipp Schepmann
  • WDR Redaktion: Barbara Schmitz

 

  • Produktion: PrimaDoma TV
             Länge 52 Minuten

Autorin und Sprecherin: Anke Bruns
Kamera: Petra Domres
Drohne: Marcel Lepel
Ton: Martin Radtki
Schnitt. Kawe Vakil
Tonmischung: Alexander Weuffen
Produktion: Prima Doma TV

http://www.graf-recke-stiftung.de

Die 14-jährige Leonie lebt in einer Wohngruppe der Graf Recke Stiftung in Hilden. Aber das verschweigt sie lieber. Sie hat Angst, sonst ausgeschlossen zu werden. Denn sobald herauskommt, dass ihre Wohngruppe sowas wie ein Heim ist, läuft sie Gefahr, gehänselt zu werden. Der 13-jährige Andrew ärgert sich darüber, wie einige Mitschüler mit ihm umgehen: „In der Schule sagen die immer, oh da sind schon wieder die Heimkinder. Wie ziehen die sich denn an?“

Heimkinder werden seit Jahrzehnten mit Vorurteilen überzogen und abgestempelt. „Wer in den 60er Jahren aus den Düsselthaler Anstalten kam, galt als schwer erziehbar und kriminell“, erinnert sich Ilse Fetzer. Sie hat sehr unter diesen Vorurteilen gelitten. Zum Teil bekommen die Kinder heute genau die gleichen Vorurteile zu spüren. Die 10-jährige Leonora hat mal eine Schulfreundin in die Wohngruppe eingeladen. Aber das Mädchen durfte nicht kommen. „Die Eltern von ihr hatten Angst, dass ihr bei uns etwas passieren kann.“

Dieser Film soll dazu beitragen, diese und viele andere Vorurteile abzubauen. Es ist ein Aufruf zum Umdenken, gedacht für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Sie erfahren in dieser Dokumentation einiges über das Heimleben früher und das Leben in den Wohngruppen heute. Aber der Film liefert nur begrenzt Antworten. Er soll Fragen aufwerten und Diskussionen anregen, wo auch immer er gezeigt wird: In der Schule, in Jugendhilfeeinrichtungen oder bei öffentlichen Veranstaltungen.